Kapital für dein Kind aufbauen – Leitfaden für Rumänen
Kurz gefasst
Das beste finanzielle Erbe für ein Kind ist nicht eine große Summe, spät zurückgelegt, sondern eine kleine Summe früh und beständig. Der Staat hilft über den Sparer-Pauschbetrag: 1.000 € im Jahr je Person (§ 20 Abs. 9 EStG) – und jedes Kind hat eigene Freibeträge. Die entscheidende Frage ist nicht „welches Produkt“, sondern auf wessen Namen das Konto läuft und was du realistisch zwanzig Jahre durchhältst.
Warum Zeit mehr zählt als die Summe
Ein einfaches Beispiel, gerechnet mit 6 % jährlich (kein Versprechen – nur ein Rechenwert):
| Start | 50 € monatlich | Kapital mit 18 |
|---|---|---|
| bei der Geburt | 18 Jahre × 600 € = 10.800 € eingezahlt | rund 19.000 € |
| mit 6 Jahren | 12 Jahre × 600 € = 8.400 € eingezahlt | rund 12.000 € |
| mit 12 Jahren | 6 Jahre × 600 € = 3.600 € eingezahlt | rund 4.300 € |
Der Unterschied zwischen erster und dritter Zeile entsteht nicht durch Anstrengung, sondern durch Zeit. Deshalb lautet die praktische Empfehlung: klein anfangen, aber jetzt.
Hinweis: Die Zahlen oben sind eine Rechnung, keine Zusage. Märkte steigen und fallen; niemand kann eine Rendite versprechen, und wer es tut, verstößt gegen das Gesetz.
Auf wessen Namen das Konto läuft
Das ist die Entscheidung mit den größten Folgen – und die, über die am wenigsten gesprochen wird.
Auf den Namen des Kindes
- Jedes Kind hat einen eigenen Grundfreibetrag und einen eigenen Sparer-Pauschbetrag (1.000 € jährlich, Stand: 25.08.2026). In der Praxis bleiben die Erträge dadurch meist vollständig steuerfrei.
- Wie sich das konkret auswirkt, hängt von der Familiensituation ab. Für deinen konkreten Fall: Familienkasse, Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater.
- Aber: Mit 18 gehört das Geld uneingeschränkt dem Kind. Es kann sich davon ein Auto kaufen. Rechtlich hast du kein Mitspracherecht mehr.
- Vermögen des Kindes kann außerdem Ansprüche auf bestimmte Leistungen beeinflussen (etwa BAföG im Studium).
Auf deinen Namen
- Du behältst die volle Kontrolle und entscheidest, wann und wofür das Geld verwendet wird.
- Aber: Die Erträge werden dir zugerechnet und verbrauchen deinen eigenen Freibetrag.
Eine allgemeingültig richtige Antwort gibt es nicht. Es hängt davon ab, wie wichtig dir Kontrolle ist und um welche Summe es geht.
Was in Deutschland anders ist als in Rumänien
Das ist weder Pyramide noch Versprechen. Die Erfahrungen aus Rumänien – Caritas, FNI – waren Systeme ohne reale Deckung. Ein gewöhnlicher deutscher Sparplan ist etwas anderes: Das Geld ist in reale Werte investiert, die Verwahrung ist von der Bank getrennt, und bei einer Insolvenz der Bank fällt es nicht in die Insolvenzmasse. Das ist kein Versprechen von mir, sondern der gesetzliche Mechanismus für Investmentfonds.
Die Einlagensicherung existiert und ist konkret. Für Guthaben auf dem Konto bis 100.000 € je Kunde und Bank.
Kosten müssen offengelegt werden. In Deutschland gehört zu jedem Sparprodukt eine verpflichtende Kosteninformation. Du hast das Recht, sie vor der Unterschrift zu bekommen – und zu fragen, was jede Zeile bedeutet.
Niemand darf eine Rendite versprechen. Ich auch nicht. Wer „sicher X %“ sagt, verstößt gegen das Gesetz. Was möglich ist: Szenarien rechnen und zeigen, was im schlechtesten Fall passiert.
Die Wege im Überblick
Klassisches Sparbuch Sicher, aber die Verzinsung liegt in der Regel unter der Inflation. Für kleine Beträge auf kurze Sicht in Ordnung; über achtzehn Jahre bedeutet es Kaufkraftverlust.
Fonds- oder ETF-Sparplan Der verbreitetste Weg bei langen Zeiträumen. Flexibel: pausieren, erhöhen, entnehmen. Die Kosten sind meist gering, der Wert schwankt.
Wichtig zur Transparenz: Ich bin Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO). Wertpapierdepots und ETFs vermittle ich nicht – ich erkläre, wie sie funktionieren, und stelle den Kontakt zu zugelassenen Partnern her. Wer dir „alles“ verkauft, ohne die nötigen Erlaubnisse zu haben, beginnt bereits mit einem Problem.
Ausbildungsversicherung Verbindet Sparen mit einer Versicherungskomponente. In bestimmten Situationen sinnvoll, die Kosten liegen aber meist über einem einfachen Sparplan. Lohnend nur, wenn du genau verstehst, wofür du mehr zahlst.
Fondspolice Ein Sparplan im Versicherungsmantel, mit steuerlichen Vorteilen bei Entnahme nach bestimmter Laufzeit und Alter. Bei sehr langen Zeiträumen sinnvoll – bringt aber Kosten und Bindung mit sich, die vorher auf den Tisch gehören, nicht hinterher.
Häufige Fehler
1. Auf den „richtigen Moment“ warten. Er kommt nicht. Jedes verlorene Jahr kostet mehr als die Wahl des Produkts.
2. Mit hohen Anfangskosten unterschreiben. Bei manchen Produkten decken die ersten Beiträge fast vollständig die Provisionen. Wer nach fünf Jahren aufhört, behält sehr wenig. Lass dir schriftlich geben: „Was bleibt, wenn ich nach 5 Jahren aufhöre?“
3. Alles auf den Namen des Kindes legen, ohne an den 18. Geburtstag zu denken. Rechtlich gehört das Geld dann ihm. Besprich das vorher mit deinem Partner, nicht in achtzehn Jahren.
4. Das Kind versichern, aber nicht den Elternteil. Das Kind hat kein Einkommen zu schützen. Fällt der verdienende Elternteil aus, endet der Sparplan ohnehin. Richtige Reihenfolge: erst Einkommensschutz, dann sparen.
5. Glauben, es müsse viel sein, um sich zu lohnen. 25 € monatlich ab Geburt sind über 5.400 € bis zur Volljährigkeit – ohne jede Verzinsung. Mit Verzinsung deutlich mehr.
Die richtige Reihenfolge
Wenn das Budget begrenzt ist – und das ist es meistens –, zählt die Reihenfolge mehr als das Produkt:
- Notreserve – zwei bis drei Nettogehälter, jederzeit verfügbar, auf einem normalen Konto.
- Einkommensschutz des Elternteils – fällt das Einkommen weg, endet alles andere.
- Privathaftpflicht für die Familie – wenige Euro monatlich, Absicherung in Hunderttausenderhöhe.
- Erst dann sparen für das Kind – beständig, mit einem Betrag, der auch in einem schlechten Monat trägt.
Diese Reihenfolge ist in Verkaufsgesprächen unbeliebt, weil die Punkte 1–3 dem Verkaufenden wenig oder nichts bringen. Genau deshalb lohnt es sich, sie zu hören.
Das Kindergeld als Startpunkt
Der einfachste Weg: Ein Teil des Kindergeldes fließt per Dauerauftrag direkt in einen Sparplan, am Tag des Eingangs.
Von 259 € monatlich fallen 50 € kaum auf – nach achtzehn Jahren ergeben sie aber eine Summe, die den Start ins Leben eines Kindes verändert.
Wenn du sehen willst, was in deinem Fall realistisch ist – einschließlich der Reihenfolge oben, nicht nur des Produkts: Analiza Curent, 30 Minuten, kostenlos. Ich sage dir auch offen, wenn die Antwort lautet: „Du brauchst vorerst keinen neuen Vertrag.“
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich monatlich zurücklegen?
Einen allgemeingültigen Betrag gibt es nicht. Faustregel: Beginne mit dem, was du zwanzig Jahre sicher durchhältst, auch in einem schlechten Monat. 50 € konstant sind mehr wert als 200 €, die nach zwei Jahren enden.
Auf wessen Namen läuft das Konto?
Beides ist möglich. Auf den Namen des Kindes: Jedes Kind hat eigene Freibeträge, Erträge bleiben meist steuerfrei – mit 18 gehört das Geld aber uneingeschränkt ihm. Auf deinen Namen: Du behältst die Kontrolle, die Erträge werden aber dir zugerechnet.
Was ist der Sparer-Pauschbetrag?
1.000 € im Jahr je Person, 2.000 € für zusammen veranlagte Paare (§ 20 Abs. 9 EStG). Bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalerträge steuerfrei – vorausgesetzt, bei der Bank liegt ein Freistellungsauftrag vor.
Kann ich das Kindergeld anlegen?
Ja, und es ist der einfachste Einstieg: Das Geld kommt ohnehin monatlich, ein Teil davon kann direkt in einen Sparplan fließen. Eine Vorgabe zur Verwendung gibt es nicht.
Was passiert bei Rückkehr nach Rumänien?
Das hängt vom Produkt ab. Ein flexibler Sparplan lässt sich stoppen oder auflösen. Ein langfristiger Versicherungsvertrag ist schwerer mitzunehmen. Deshalb gehört die Frage „bleiben oder zurück?“ vor den Abschluss, nicht danach.
Lohnt eine Lebensversicherung für das Kind?
Kinder haben kein Einkommen abzusichern, eine Todesfallabsicherung für sie ergibt selten Sinn. Sinnvoll ist der Schutz des Elternteils, der das Einkommen bringt – davon hängt die Zukunft des Kindes tatsächlich ab.
Woran erkenne ich ein schlechtes Produkt?
Hohe Kosten in den ersten Jahren, starre Laufzeit ohne Ausstiegsmöglichkeit, versprochene sichere Renditen, Druck zur schnellen Unterschrift. Lass dir immer schriftlich geben, was nach fünf Jahren übrig bleibt, wenn du die Zahlungen einstellst.
Quellen
- § 20 Abs. 9 EStG – Sparer-Pauschbetrag (Gesetzestext) · geprüft 25. August 2026
- § 32a EStG – Grundfreibetrag je Person · geprüft 25. August 2026
- § 1626 BGB – Vermögenssorge der Eltern · geprüft 25. August 2026
Geprüft am: 25. August 2026
Curent Consulting ist Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO). Baufinanzierung, Wertpapierdepots (ETF) und Immobilienkauf vermitteln wir nicht selbst: Wir erklären, wie es funktioniert, und stellen den Kontakt zu zugelassenen Partnern her.