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Curent Consulting · Leitfäden

Kindergeld 2026 – Leitfaden für Rumänen in Deutschland

von Ramon Curelusa · Geprüft am 21. August 2026

Kurz gefasst

Kindergeld sind 259 € pro Kind und Monat (Stand: 01.01.2026), für jedes Kind gleich viel. Wer in Deutschland arbeitet, bekommt es auch für Kinder, die in Rumänien leben – dann meist als Differenz zur rumänischen Leistung. Der Antrag läuft über die Familienkasse und ist kostenlos: Keine Agentur darf Geld für ein Formular verlangen, das du selbst einreichen kannst.

Höhe und Zeitpunkt

Seit dem 1. Januar 2026 beträgt das Kindergeld 259 € pro Kind und Monat, 4 € mehr als 2025. Eine Staffelung nach Kinderzahl gibt es nicht mehr.

KinderPro MonatPro Jahr
1 Kind259 €3.108 €
2 Kinder518 €6.216 €
3 Kinder777 €9.324 €
4 Kinder1.036 €12.432 €

Wer bereits Kindergeld bezieht, muss nichts tun – die Familienkasse hat automatisch erhöht.

Wer Anspruch hat

Zwei Grundvoraussetzungen:

  1. Deine Verbindung nach Deutschland: Wohnsitz hier oder Arbeit hier mit unbeschränkter Steuerpflicht. Bei einem Arbeitsvertrag und erfolgter Anmeldung ist das erfüllt.
  2. Das Kind: eigenes Kind, Adoptiv-, Stief- oder Enkelkind im eigenen Haushalt.

Als rumänischer Staatsangehöriger bist du EU-Bürger – ein besonderer Aufenthaltstitel ist dafür nicht nötig. Entscheidend sind Arbeitsort und Beitragszahlung.

Kinder in Rumänien

Das ist die häufigste Frage in rumänischen Gruppen, und die kurze Antwort lautet: ja, das geht.

Die europäische Koordinierungsverordnung legt fest, dass in der Regel der Staat zuständig ist, in dem gearbeitet wird – auch wenn das Kind in einem anderen EU-Land lebt.

Typischer Ablauf:

Wird in Rumänien nichts bezogen, kann der volle deutsche Betrag gezahlt werden. Die Berechnung nimmt die Familienkasse anhand der Unterlagen aus beiden Ländern vor – deshalb dauert das Verfahren länger als bei Familien, die vollständig in Deutschland leben. Rechne mit einigen Monaten und hebe Kopien von allem auf, was du einreichst.

Was in Deutschland anders ist als in Rumänien

Das Geld kommt vom Staat, nicht über einen Vermittler. Kindergeld ist eine Leistung der Familienkasse innerhalb der Bundesagentur für Arbeit. Es gibt keine „Bearbeitungsgebühr“, keine kostenpflichtige Beschleunigung und keinen notwendigen Mittelsmann.

Nachfragen schadet nicht. Du kannst bei der Familienkasse anrufen, Unterlagen nachreichen und innerhalb eines Monats Einspruch einlegen, wenn ein Bescheid falsch erscheint. Eine Ablehnung bedeutet nicht, dass der Anspruch dauerhaft verloren ist.

Rückwirkend, aber begrenzt. Ein Antrag kann auch zurückliegende Monate abdecken – jedoch nur im gesetzlichen Rahmen. Je länger du wartest, desto mehr verfällt. Schnelles Einreichen zählt deshalb mehr als eine perfekte Akte.

So beantragst du – kostenlos

  1. Steuer-Identifikationsnummer von dir und vom Kind (kommt nach der Anmeldung automatisch per Post).
  2. Formulare der Familienkasse: „Antrag auf Kindergeld“ plus „Anlage Kind“; bei Kindern im EU-Ausland zusätzlich „Anlage Ausland“.
  3. Nachweise zum Kind: Geburtsurkunde (für Rumänien mit Übersetzung; die mehrsprachige EU-Urkunde wird meist ohne Übersetzung akzeptiert).
  4. Nachweis zur Lage in Rumänien: ob dort Leistungen bezogen werden oder nicht.
  5. Einreichen über das Portal der Familienkasse oder in Papierform bei der für deinen Arbeitsort zuständigen Stelle.

Für Fälle mit Auslandsbezug gibt es spezialisierte Familienkassen nach Regionen. Die zuständige Adresse nennt dir die örtliche Familienkasse oder das offizielle Portal.

Häufige Fehler

1. Eine Agentur für einen kostenlosen Antrag bezahlen. (So prüfst du, wer seriös ist.) Manche Firmen verlangen 30–50 € oder einen Anteil am Geld für ein Formular, das du selbst einreichen kannst. Die Familienkasse warnt öffentlich davor.

2. Warten, bis „alle Papiere zusammen sind“. Die Rückwirkung ist begrenzt. Antrag stellen, Unterlagen nachreichen – das Eingangsdatum zählt.

3. Änderungen nicht melden. Schulabschluss, Jobwechsel, Umzug: Wer nicht meldet, bekommt womöglich Geld ohne Anspruch und muss es zurückzahlen.

4. Nach der ersten Ablehnung aufgeben. Viele Ablehnungen beruhen auf einem fehlenden Nachweis. Ein Monat Einspruchsfrist.

5. Glauben, „für Kinder in Rumänien gibt es sowieso nichts“. Das ist die teuerste Fehlinformation, die in Gruppen kursiert. Es gibt etwas – als Differenz.

Für Menschen aus der Republik Moldau

Mit rumänischer Staatsangehörigkeit gelten die europäischen Regeln unverändert – egal ob die Familie in Rumänien oder in der Republik Moldau lebt. Entscheidend sind Staatsangehörigkeit und Arbeitsort.

Mit ausschließlich moldauischer Staatsangehörigkeit sieht es anders aus: Die Republik Moldau gehört nicht zur EU, die Koordinierungsverordnung greift nicht. Der Anspruch hängt dann vom Aufenthaltstitel ab, und für Kinder in Moldau gelten deutlich engere Regeln. Kläre den Einzelfall vorab mit der Familienkasse.

Die politische Debatte 2026

2026 wird öffentlich über eine Kürzung für Kinder in anderen EU-Ländern diskutiert, begründet mit unterschiedlichen Lebenshaltungskosten. Geändert hat sich bisher nichts: Der Betrag ist gleich, unabhängig vom Wohnort des Kindes innerhalb der EU.

Wir erwähnen es, weil das Thema in Nachrichten und Gruppen auftaucht – oft verzerrt. Sobald sich tatsächlich etwas ändert, aktualisieren wir diesen Artikel und setzen das neue Prüfdatum oben.

Kindergeld und Steuern

Bei der Einkommensteuererklärung – eng verbunden mit deiner Steuerklasse – prüft das Finanzamt automatisch, was günstiger ist: das erhaltene Kindergeld oder der Kinderfreibetrag. Du musst dich nicht entscheiden – die sogenannte Günstigerprüfung läuft von selbst. Bei höheren Einkommen kann der Freibetrag vorteilhafter sein; die Differenz wird verrechnet.

Damit hängen zwei Dinge zusammen, die zusammen im Jahr einen spürbaren Unterschied machen: die Leistung vom Staat und die Steuer, die du zahlst. Wer gut verdient – etwa im Ingenieurwesen, in der IT oder in der Medizin –, sollte beides gemeinsam betrachten. Genau dafür gibt es die Analiza Curent: 30 Minuten, kostenlos.

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Kindergeld 2026?

259 € pro Kind und Monat – für jedes Kind gleich, ob erstes oder viertes. Das sind 4 € mehr als 2025 (Stand: 01.01.2026). Die Erhöhung läuft automatisch, ein neuer Antrag ist nicht nötig.

Gibt es Kindergeld, wenn die Kinder in Rumänien leben?

Ja, wenn du in Deutschland arbeitest und hier sozialversichert bist. Das Kind darf in jedem EU-Land wohnen. Bezieht die Familie in Rumänien bereits Kindergeld, zahlt Deutschland in der Regel die Differenz zum deutschen Betrag.

Kostet der Antrag Geld?

Nein. Der Antrag bei der Familienkasse ist kostenlos, und die Behörde warnt selbst vor Firmen, die dafür Gebühren verlangen. Die Formulare stehen online bereit.

Bis zu welchem Alter wird gezahlt?

Grundsätzlich bis 18. Bei Ausbildung oder Studium bis maximal 25 Jahre. Für Kinder mit Behinderung gelten eigene Regeln.

Wann kommt das Geld?

Monatlich, der Tag richtet sich nach der letzten Ziffer der Kindergeldnummer. Den genauen Auszahlungskalender veröffentlicht die Familienkasse jedes Jahr.

Was passiert bei Rückkehr nach Rumänien?

Endet die Beschäftigung und die Versicherung in Deutschland, endet in der Regel auch der deutsche Anspruch; zuständig wird das Land, in dem gearbeitet wird. Die Familienkasse muss sofort informiert werden – zu viel gezahltes Geld wird zurückgefordert.

Wird das Kindergeld für Kinder im Ausland gekürzt?

2026 gibt es dazu eine politische Debatte, aber keine geltende Änderung. Derzeit wird derselbe Betrag gezahlt, unabhängig davon, wo in der EU das Kind lebt.

Quellen

  1. Bundesagentur für Arbeit: Kindergeld steigt 2026 · geprüft 05. Januar 2026
  2. Bundesagentur für Arbeit: Kindergeld für Menschen im oder aus dem Ausland · geprüft 21. August 2026
  3. Stiftung Warentest: Familienkasse warnt vor Abzocke – Kindergeldantrag ist kostenlos · geprüft 21. August 2026

Geprüft am: 21. August 2026

Informationen zu Steuern, Kindergeld und anderen Leistungen sind allgemein. Wir bieten keine Steuerberatung und stellen keine Anträge in deinem Namen. Für deinen Fall: Familienkasse, Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater. Anträge bei Behörden sind immer kostenlos.